SOZIALE ORGONOMIE
Paul Mathews (1924-1986):
ERFAHRUNGSBERICHTE UND KRITIKEN

Über Jugendliche an öffentlichen weiterführenden Schulen

 

Über Jugendliche an öffentlichen weiterführenden Schulen

Paul Mathews, M.A.

Orgonomic Medicine vol. 1/2, 1955
The American College of Orgonomy

 

Als orgonomisch orientierter Lehrer an einer großen öffentlichen Highschool hatte ich Gelegenheit, etwas über die Art der Probleme zu lernen, mit denen es Jugendliche in einer sexualablehnenden, lebensnegativen Gesellschaft zu tun haben.

Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß der allesdurchdringende Zweck des öffentlichen Schulsystems darin besteht, als eine Art Transmissionsriemen und durch die neurotischen Charakterstrukturen seiner Lehrer zur Reproduktion einer autoritären, mechanistischen Gesellschaft beizutragen – einer Gesellschaft, die auf eine Katastrophe zuzusteuern scheint. Ich bin mir der Fortschritte bewußt, die derzeit im Bereich der Bildung in Form von besseren Einrichtungen, einer angenehmeren Umgebung, einer größeren Freizügigkeit im Umgang mit den Schülern, einer größeren Freiheit bei der Fächerwahl usw. erzielt wurden. Diese Fortschritte sind jedoch nur geringfügige Änderungen innerhalb des bestehenden, lebensverneinenden Rahmens. Sie berühren nicht die tiefen Bedürfnisse des wachsenden Organismus.

Das Kernproblem der sexuellen Bedürfnisse der Jugendlichen wird entweder umgangen oder auf eine negative Weise behandelt. Wo sexuelle Bedürfnisse überhaupt angesprochen werden, geht es darum, wie man sie „kanalisiert“, „umleitet“ oder „anpaßt“ – niemals darum, wie man sie befriedigt. Der gestörte Jugendliche wird von Lehrern und Schulpsychologen als mit einem Minderwertigkeitskomplex behaftet, als zu ernst, als zu wenig zum Spielen kommend, als unangepaßt charakterisiert. Sie sprechen davon, daß er gezwungen wurde, seine rechte Hand statt seiner linken zu benutzen, er aus einem zerrütteten Elternhaus stammt usw. Die grundlegenden Fragen seiner gegenwärtigen Bedürfnisse und Sehnsüchte werden vermieden. Charakteristisch ist die völlige Mißachtung der dem Kind innewohnenden Natur.

Viele der Lehrer sind rigide und zwanghaft. Fast alle haben neurotische Angst vor dem wirklichen Angehen der zentralen Lebensprobleme der Schüler. Ein Lehrer, der den Mut hat, für die Rechte der Schülerinnen und Schüler im Bereich ihrer grundlegenden biologischen Funktionen einzutreten, wird isoliert oder als „sexbesessen“, „zu psychologisch“ oder sogar gefährlich stigmatisiert.

Eine ausgeprägte destruktive Aggression der Schüler gegenüber einem nicht-autoritären Lehrer ist ein häufiges Phänomen. Er ist ein relativ sicheres Ziel für eine tiefe Schicht von Feindseligkeit, die durch eine ruhigstellende, mechanistische, autoritäre Atmosphäre erzeugt wird. Sogar der „gute“ Lehrer, der beliebte Nicht-Disziplinär, der die Individualität seiner Schüler respektiert, wird von ihnen als ein Symbol verhaßter Autorität angesehen, und es ist für sie schwierig, zwischen der Person und dem Symbol zu unterscheiden. (In der Schule gibt es einen klassischen Witz, bei dem die Schüler an der Kantine des Lehrers vorbeilaufen und mit weit aufgerissenen Augen rufen: „Seht mal! Sie essen!“ – ein Spiegelbild des traurigen Bildes „des Lehrers“ im Kopf des durchschnittlichen Schülers). Der einzelne Lehrer, der versucht, seine Klasse auf einer selbstregulatorischen Grundlage zu leiten, wird mit enormen Hindernissen in der Schule und im allgemeinen sozialen Umfeld konfrontiert, was sich in der Schulsituation widerspiegelt. Es dauert oft den größten Teil des Semesters, bis die Schüler anfangen die neue Behandlung zu realisieren. Der Lehrer hofft dann, daß zumindest ein Teil dieses neuen Verständnisses integriert und beibehalten wird, aber die Chancen im Hinblick auf die nachfolgenden Lehrer, das häusliche Umfeld und die Welt insgesamt sind gering.

Meine Erfahrung mit Jugendlichen aus „guten“ Familien hat gezeigt, daß selbst in relativ komfortablen Familien der Mittelschicht die Kräfte der repressiven Autorität, der sexuellen Unterdrückung, des kompensatorischen Strebens nach leeren wirtschaftlichen Zielen und der kleinlichen Quellen der Eitelkeit auf Kosten eines gesunden jungen Lebens wirken. Obwohl die Eltern psychologisch besser über ihre Kinder informiert sind als in früheren Generationen, ist es immer noch die durchdringende Kraft ihrer realen Struktur, die auf die jungen Menschen einwirkt. Das psychologische Bewußtsein treibt diese Kraft lediglich in den Untergrund. Viele der Jungen und Mädchen identifizieren sich vollständig mit den Eltern und ihrer Welt. Andere sind verwirrt und zynisch. Einerseits werden ihnen die Werte einer Welt der Liebe und des Guten vermittelt, die sie weder zu Hause noch in der Schule wahrnehmen, und andererseits werden sie ständig mit wettbewerbsorientierten sozialen Werten indoktriniert und ihnen praktisch gesagt, daß man mit Geld alles kaufen kann.

Viele der Jugendlichen, die ich beobachtet habe, sind bereits ernsthaft gepanzert, obwohl bioenergetischer Überschwang in den Mechanismen des Kicherns, des Hohngelächters, der Verlegenheit und des zwanghaften Redens durchbricht. Ihre sexuellen Bedürfnisse werden auf jede erdenkliche Weise negiert. Da sexuelle Erfüllung verboten ist, treten „Pettingpartys“, bei denen das Streicheln bis zum Höhepunkt das Maximum des Erreichbaren ist, an ihre Stelle. Diese schuldbeladenen Praktiken variieren durch alle Aspekte des prägenitalen Spiels hindurch. Obwohl dies ein gewisses Maß an Befreiung ermöglicht (insbesondere wenn der Höhepunkt erreicht wird), kann es zu einem enormen Maß an Frustration durch kontinuierliche Erregung ohne Entladung in der genitalen Umarmung führen. Die Folgen von sexueller Frustration und Verdrängung sind bereits im beeinträchtigten Erscheinungsbild und in der Struktur vieler Jugendlicher sichtbar, und ihre „Veranlagung“ für Erkältungen, Asthma, „Viren“, verschiedene unerklärliche „Arten von Fettleibigkeit“, Untergewicht, Hautkrankheiten usw. kann auf gestörte Energiefunktionen zurückgeführt werden.

Meine Erfahrung mit so genannten „schlechten“ Jungen bzw. „jugendlichen Delinquenten“ unter meinen Schülern hat gezeigt, daß diese in den meisten Fällen gesünder sind als die „guten“. Sie wehren sich, wenn auch auf irrationale Weise, gegen die lebensunterdrückenden Faktoren der Schule und der generellen Umwelt. Die Tatsache läßt sich nicht umgehen, daß diese Jugendlichen wirklich lebendig und attraktiv sind, obwohl ihr Auftreten und ihre Gesichter einerseits ihren Haß auf die Autorität und andererseits ihre schreckliche Unterwürfigkeit widerspiegeln. Es ist gerade ihre Lebendigkeit und ihre Attraktivität, die für den gepanzerten Erzieher so unerträglich sind. Er fürchtet auch ihre Reaktion auf seine Tyrannei oder seine Unterwürfigkeit und fühlt sich entblößt und bedroht. Die wenigen Erfahrungen, die ich mit diesen „schlechten“ Jungen gemacht habe, haben mir das Gefühl gegeben, daß sie ein großes Potential für produktive Leistungen haben. In der Regel scheinen sie den intensiven Kontakt mit der Natur um sie herum zu genießen. Sie lieben Tiere. Sie ziehen sich Latzhosen an, teils aus Bequemlichkeit, teils um ihre Sexualität zu fördern und die verhaßten Autoritäten zu provozieren. Sie haben im allgemeinen eine gute Farbe und einen flexiblen Körper. Wo ich guten Kontakt herstellen konnte, entstanden loyale und aufrichtige Freundschaften, und sie würden mir buchstäblich das letzte Hemd geben. Die Mädchen fühlen sich sichtlich zu ihnen hingezogen, obwohl die „guten“ Mädchen so tun, als wären sie es nicht. Die „guten“ Jungen fühlen sich in ähnlicher Weise zu den „schlechten“ Mädchen hingezogen, oft mit einer lüsternen, pornographischen Haltung, wo man sich frägt, welche eigentlich die „schlechte“ Gruppe ist. Sie mögen Fächer, die die Bewegungs- und Ausdrucksfreiheit fördern, wie z.B. Leichtathletik, bildende Kunst und Theater (insbesondere seit Marlon Brando in Hollywood aufgetaucht ist). Sie neigen auch zu berufsausbildenden Studiengängen, wie z.B. Tischlerei, Elektrotechnik, Radio- und Fernseharbeit. Zweifellos gibt es in dieser Gruppe eine Reihe von kriminellen Typen, die durch eine mörderische Erziehung, die sich gegen ihre hochgeladenen Organismen stellte, vielleicht unverbesserlich grausam gemacht wurden. Wenn das Problem, für das sie stehen, jemals gelöst werden soll, muß dies von der breiten Perspektive der bioenergetischen Sichtweise her geschehen: als eine weitere biopathische Manifestation der Sozialpathologie im Bereich der Sexual- und Lebensverneinung.

Die mechanistische Natur des Schulsystems ist so beschaffen, daß ein Lehrer, wenn er nicht ziemlich gesund ist und ständig wachsam bleibt, beginnt, in etablierte Muster zu verfallen, selbst wenn er mit den besten Absichten in das Schulsystem eintritt. Solche Lehrer werden im allgemeinen bald entmutigt und übernehmen allmählich die Taktik ihrer Vorgänger, wodurch das bestehende System reproduziert und aufrechterhalten wird. Viele der Lehrer fallen in vorhersehbare Muster stereotypen Verhaltens. Ein solcher Typ ist der autoritäre Lehrer, der in Aussehen und Denken starr, militaristisch aufrecht, in seiner ganzen Art übertrieben, unaufrichtig und im allgemeinen streng ist, der ständig über Respekt und Pflicht predigt. Er hält die Eltern für unfehlbar, glaubt, daß Lernen nur durch erzwungene Disziplin erreicht werden kann, und gibt unbewußt in Blicken und seinem Ausdruck zu verstehen, daß er gesunde Bewegung und Sexualität zutiefst mißbilligt. Mir gegenüber legte einmal ein solcher Lehrer-Zuchtmeister seinen Daumen auf den Tisch, drückte ihn stark nach unten und sagte mir, daß man SO mit Kindern verfahren sollte.

Ein weiterer häufiger Lehrertyp ist der Proselytenmacher in Sachen Kultur, für den Literatur, Musik und die anderen Künste Errungenschaften sind, die aus der Fähigkeit des Menschen hervorgehen, seine tierische (d.h. sexuelle) Natur zu transzendieren, und die diese Fähigkeit unter Beweis stellen. Die Schülerinnen und Schüler werden ständig dazu ermahnt, ihrem gehobenen Status gerecht zu werden (mit anderen Worten: sexuell abstinent zu sein, Bilder zu malen, Konzerte zu besuchen und durch Sublimierung ihr „höheres“ Selbst zu erreichen).

Ein dritter Typ, der vorherrscht, ist der Liberale bzw. Progressive, der sich so sehr mit Politik beschäftigt, daß er nichts von dem sozialen und sexuellen Elend vor seiner Nase, in der Schule selbst, sieht. Alle Übel, so meint er, stammen aus der ökonomischen Situation. Der Verweis auf eine biologische Grundlage für diese wirtschaftlichen Übel wird mit einer zynischen Grimasse abgewehrt. Ich erinnere mich an einen typischen Vorfall, als ich mit einem solchen Lehrer im Dienst war. Die Schüler waren von einer neuen Regelung begeistert, die es Jungen und Mädchen erlaubt, in der Kantine gemeinsam an einem Tisch zu sitzen. Er lächelte mich an und sagte mit offensichtlicher Genugtuung, daß die Regel nicht lange vorhalten würde – es wäre immer so, daß sie sich schon bald zu nahe kämen und anfingen, sich sogar gegenseitig auf den Schoß zu setzen, und die Regel würde aufgehoben werden. Er räumte ein, daß sich die meisten nicht auf diese Weise verhielten, aber er sagte, daß auch nur wenige Fälle ausreichten, um eine „Störung“ zu verursachen. Mit „Störung“ meinte er in Wirklichkeit die Angst und den Haß, die Liebe und Sexualität in einem gepanzerten Individuum hervorrufen.

Natürlich gibt es immer einen kleinen Kern von Lehrern, die wirklich auf der Seite des Schülers stehen, aber wie ich bereits sagte, sind sie immer wieder der Raserei eines hochgeladenen menschlichen Pulverfasses ausgesetzt. Sehr oft trifft ein Lehrer, der guten Kontakt zu den Kindern einer Schule hat, auf die Feindseligkeit der anderen Lehrer und der Schulleitung, die eine Schwächung des Disziplinierungssystems befürchten. Im Grunde genommen haben sie Angst vor dem überschwenglichen Leben, das sich spontan aus dem ungebundenen Organismus entfaltet. Ich bin von verschiedenen Verantwortlichen immer wieder ermahnt worden, mich nicht zu sehr mit den Studenten anzufreunden. Wie ein Schulleiter es ausdrückte – es mache ihm nichts aus, wenn es in meiner Klasse etwas mehr Lärm gäbe, aber andere Lehrer könnten Einwände haben, vor allem diejenigen, die mit den Schülern umgehen müßten, die nun der Autorität des Lehrers weniger „respektvoll“ gegenüberstünden. Ich fürchte, ich habe ihn nicht gerade glücklich gemacht, als ich ihn fragte, ob die Schule für die Schüler oder für die Lehrer da sei.

Im Klassenzimmer hat eine Diskussion, die die grundlegenden Lebensprobleme von Jugendlichen berührt, stets eine signifikante Änderung der Einstellung der Klasse bewirkt und ernsthafte Überlegungen und Fragen hervorgebracht. (Es ist ein Vergnügen, die Schönheit Heranwachsender, die einen ernsthaften Gesichtsausdruck haben, zu beobachten, besonders wenn ihr Gesichtsausdruck zuvor unangenehm leer war.) Als ich zum Beispiel in einer meiner Klassen die Aufgabe gab Sachbücher zu rezensieren, wählte ein Schüler, der sich daran erinnerte, daß ich Wilhelm Reich einmal erwähnt hatte, REDE AN DEN KLEINEN MANN für seinen Bericht. Er trug einiges zum Inhalt vor der Klasse vor, offensichtlich tiefbewegt und beeindruckt von dem, was er gelesen hatte. Er sprach in einer ernsten und innerlich bewegten Weise und mit einer gewissen Wut, als er bestimmte Aspekte der im Buch erwähnten Emotionellen Pest zur Sprache brachte. Die Reaktion der Klasse war direkt und zutiefst ernsthaft. Außerdem schien sie erfreut darüber zu sein, daß das Buch meine zuvor geäußerten Ansichten bestätigte. Es gab Fragen zur Orgonenergie und anderen Konzepten, und als die Klasse zu Ende war, baten mehrere Schüler um eine Bibliographie von Reichs Schriften, ein höchst ungewöhnliches Ereignis in einer High-School-Klasse.

Bei anderen Gelegenheiten habe ich, nachdem ich die umfassenderen Lebensprobleme aus orgonomischer Sicht berührt hatte, die Schüler zu mir kommen lassen, um ihre intimsten persönlichen Probleme zu besprechen, die sie zuvor niemandem anvertrauen konnten. Kein Problem kam zur Sprache, welches nicht auf sexueller Unterdrückung beruhte. Es gibt zwar Schulberater an der Schule, aber nach dem, was die Schülerinnen und Schüler mir erzählt haben, und nach meinen eigenen Beobachtungen dieser Personen, sind sie den Schülerinnen und Schülern keine wirkliche Hilfe. Das Schulsystem, selbst ein Werkzeug der bestehenden Gesellschaft, funktioniert automatisch durch ein Auswahlsystem, das Abweichlern wenige Chancen läßt. Die wenigen, die unorthodoxe Ansichten haben, sind in der Regel zu ängstlich, um sich um jeden Preis offen gegen das Leitprinzip der sozialen Anpassung zu stellen. Eine Schulpsychologin sagte mir, sie sei sich der sexuellen Bedürfnisse von Jugendlichen als „beiläufigem“ Faktor bewußt, aber sie sagte, dies sei zu „heikel“, um es zu berühren. „Außerdem“, so sagte sie, „müssen sie in dieser Welt leben, und von daher ist Anpassung die einzige Lösung.“ Als ich sie fragte, ob die Anpassung an kranke Lebensmuster kranke Menschen hervorbringt, antwortete sie ausweichend: „Oh, so schlimm ist es doch nicht.“

Dennoch kann ein Lehrer trotz aller gegen ihn wirkenden Faktoren durch sein natürliches Verhalten, seine Wärme und seine offene Zustimmung zu allen lebensbejahenden Aktivitäten viel Gutes tun. Das Beispiel einer Autoritätsperson, die im Klassenzimmer eine Methode echter Selbstregulierung praktiziert, kann dazu beitragen, das spätere Auftreten von Unterwerfung unter eine irrationale, tyrannische, autoritäre Welt im sozialen oder politischen Bereich oder deren ängstliche Unterstützung zu verhindern. Ich betone das Wort „echt“, weil vielleicht ein gewisses Mißverständnis über die Möglichkeiten der Anwendung der Selbstregulierung in einer öffentlichen Schule voller Jugendlicher auftreten könnte, die zum größten Teil bereits schwer gepanzert sind. Eine Freiheit, die über deren Fähigkeiten hinausgeht, würde zu Destruktivität führen. Selbstregulierung bedeutet nicht, daß man den Schülern erlaubt, zu tun, was immer sie wollen, unabhängig von den Umständen oder von anderen. Das ist Zügellosigkeit. Man muß sich ständig bewußt sein, wieviel Freiheit in einer bestimmten Situation und bei einer bestimmten Gruppe zulässig ist. Oftmals wird ein gutmeinender Lehrer durch seine Versuche, unbegrenzte Freiheit zu gewähren, verheerende Auswirkungen zeitigen. Ein solcher Lehrer weckt lediglich Verachtung für sich selbst unter den gepanzerten Schülern (die die Freiheit fürchten), der Schulleitung und den Kollegen. Das Gewähren grenzenloser Freiheit kann sogar Ausdruck der Verachtung des Gewährenden für die wirkliche Freiheit sein: insgeheim will er, daß sie scheitert.

Hoffen wir, daß in den kommenden Generationen die gegenwärtige Unterwerfung der Heranwachsenden unter ein irrationales autoritäres Regime aufhören möge und daß Bedingungen innerer und äußerer Freiheit bestehen, damit sie ungehindert die Süße und Freude der natürlichen Funktionen erleben können, die einer tragischen Anzahl von Jugendlichen in Vergangenheit und Gegenwart so grausam verweigert wurde.

 

 

zuletzt geändert
14.10.20

 

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