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Facebook-Einträge von David Holbrook, M.D.

 

 

 

 

Politische Identifikation und persönliches Identitätsgefühl

David Holbrook, M.D.

 

Neulich fiel mir auf, daß die Menschen politische Identifikationen immer mehr als sehr wichtige Elemente ihres Identitätsgefühls einsetzen. Ich finde das seltsam und beunruhigend. Es scheint mir, daß wir in erster Linie Menschen waren und mit weitem Abstand erst sekundär politische Tiere. Das bedeutete es „amerikanisch“ zu sein: relativ frei von der Politik zu sein. Wir gaben unsere Stimme zur Wahlzeit ab, aber sprachen ansonsten nicht so viel über Politik und dachten nicht über sie nach.

Jetzt sind politische Überzeugungen zu einer Form eifernder religiöser Identifikation, der Identifikation mit dem Mob geworden, und das Gefühl der persönlichen und privaten individuellen Identität geht verloren. Wer bist du nachts in deinem Bett? Wer bist du, wenn du deine Kinder umarmst?

Die Menschen werden von neuen Stammesidentitäten angezogen, die es schwierig machen, sich mit „dem anderen“ zu identifizieren. Tatsächlich sind diese neuen politischen Identitäten ausdrücklich darauf ausgelegt, die Wahrnehmung zu erzeugen, daß es einen „anderen“ gibt, der sich von dir unterscheidet, jemand, den du ohne Schuldgefühle hassen kannst, jemand, der für alle deine persönlichen Probleme verantwortlich ist, anstatt daß du tatsächlich Verantwortung übernehmen mußt für einige deiner persönlichen Probleme. Diese politischen Identitäten verleiten die Menschen zu glauben, daß sie Menschen abstrakt lieben können oder sich mit ihnen abstrakt identifizieren können, während sie tatsächliche Menschen hassen, von denen uns gesagt wird, daß sie unsere Liebe nicht verdienen.

Spürst du, wie deine Menschlichkeit dich verläßt? Anstatt, daß wir uns zuerst als Menschen und zweitens als politisches Tier betrachten, gibt es jetzt eine Verschiebung in Richtung Politik, die immer mehr alles definiert, was wir über uns selbst und andere wahrnehmen. Sie bestimmt, mit wem wir befreundet sind oder nicht mehr befreundet sind. Wir werden zu Eiferern, politischen Robotern, Kultisten, Parteisoldaten und verlieren dergestalt den Reichtum unseres Menschseins und das breite Gefühl für unser gemeinsames Menschsein und ersetzen es mit immer engeren und starreren politischen Identifikationen, als würde die Politik die wichtigsten Dinge über uns und andere definieren.

 

 

Politik ist im Wesentlichen eine Form des Kampfes. Also erlauben wir uns, Krieger zu werden. Denk darüber nach. Ist das wirklich das, was du sein willst? Möchtest du ein Soldat oder möchtest du ein Mensch sein? Möchtest du dich mit einem Satz politischer Waffen und Ideologien identifizieren oder mit den Menschen, die du persönlich kennst und liebst? Laß deinen Speer fallen!

Es gibt mehr im Leben! Hast du das vergessen? Ist unser persönliches Leben jetzt so arm, daß wir den Reichtum persönlicher und zwischenmenschlicher subjektiver Erfahrung durch einen starren Satz von Überzeugungen ersetzen, dem wir nun gestatten uns und unsere Ansichten über andere zu definieren? Sehr gefährlich!

Wir werden zu Zombies, wir bilden politische Kulte. Laß es nicht zu, daß der Reichtum des Lebens aus deinem Herzen gesaugt wird. Liebe deinen Partner, liebe deine Familie. Die einzige Art von Politik, die wirklich zählt, beginnt in deinem Herzen. Konzentriere dich auf dich. Verändere dich. Mache dir nicht so einen Kopf über andere Menschen. Laß sie. Ersetze den Reichtum des Lebens nicht mit der Enge des politischen Streits. Der Glaube, daß die Politik die Menschen jemals wirklich verändert hat oder wird, ist eine Täuschung! Schaue dir das 20. Jahrhundert an!

Sei einfach menschlich. Kanalisiere nicht deinen Ärger, deine Frustration und deine Unzufriedenheit in politische Konflikte. Finde einen Weg wirkliche Menschen zu lieben, Menschen, die du tatsächlich kennst und mit denen du zu tun hast, nicht Stereotypen und Karikaturen anderer, die du noch nie getroffen hast. Laß deine Waffen fallen! Habe eine Beziehung mit tatsächlichen Menschen und beziehe dich nicht auf politische Stereotypen. Wir müssen keine politischen Kommunen bilden, um zu lernen, sozial zu sein. Werde wieder eine Person.

 

 

zuletzt geändert
02.05.19

 

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